Fairplay Straßenfußball versus Taekwondo

Fairplay Straßenfußball versus Taekwondo

Tagebucheintrag Donnerstag, 14. Mai, Tag 10.

Wer glaubt, dass Streetbolzer nach 17 Jahren bestehen langweilig wird oder keine neuen Schlagzeilen produziert wurde heute mal wieder eines besseren belehrt. Unter dem Motto „Streetbolzer meets Taekwondo“ hatten wir einen weiteren wunderschönen Tag in Diyarbakir, Amed.

Aber der Reihe nach. Nach einem traditionell fürstlichen Frühstück sind wir gestärkt und topmotiviert - na gut, Felix vielleicht ein bisschen müde, das sei ihm als türkischer TV-Star auch gegönnt - in unseren Workshop gestartet. Unsere Teilnehmer*innen haben wir nach bestem Wissen und Gewissen über die Methode Straßenfußball aufgeklärt. Neben Fußballbaseball, Samurai-Spiel und Inklusionsspiel stand am Ende aber ein ganz anderer Punkt auf dem Programm: Taekwondo. Nachdem wir uns schon gewundert hatten, dass die Mädels im Workshop Fußball gespielt hatten wie Karatekid höchstpersönlich wurde uns so einiges klar, als wir erfuhren, dass sie gemeinsam eine Kampfsportgruppe bilden. Da Erasmus von Austausch lebt war es also nur folgerichtig, dass wir nun auch Dummypuppen unter professioneller Anleitung getreten haben. Vielleicht wird das unseren ersten Vorsitzenden in Angst und Bange versetzen, dass wir darüber hinaus das Kicken in Amed vergessen. An dieser Stelle sei aber gesagt: Keine Sorge Boris Abi.

Am Abend wurden wir dann von der Stadtverwaltung zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen. Felix und Micha verstanden sich so gut mit dem Bürgermeister, dass dieser insbesondere Micha fast adoptiert hat. Kein Zweifel, diese Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen hier ist kaum in Worte zu fassen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Verwaltung von Büyükşehir Diyarbakir und die tolle Unterstützung und Betreuung insbesondere von Özlem, Mahmut, Ömer Abi und natürlich CHINNOOO.

Workshoptag mit der Bürgermeisterin der Stadt Diyarbakir

Workshoptag mit der Bürgermeisterin der Stadt Diyarbakir

Im Rahmen des Societal Peace and Freedom Forum konnten wir unser Konzept von Fairplay und demokratischen Prozessen bei einem Turnier in Diyarbakır einbringen. Gemeinsam mit vielen Kindern und Jugendlichen  entstand ein offener Raum, in dem Begegnung, Teilhabe und gemeinsames Handeln erlebbar wurden.

Besonders schön war, dass auch die Bürgermeisterin von Diyarbakır, Serra Bucak, dabei war und das Projekt begleitet hat. Neben dem Fußball konnten die Kinder Schals und T-Shirts gestalten und dabei ihre eigenen Ideen kreativ umsetzen.

Ein besonderes Highlight war, dass auch Mädchen mit Begeisterung am Spiel teilgenommen haben. Das hat das Turnier zusätzlich bereichert und gezeigt, wie Sport Menschen verschiedener Hintergründe und Sprachen zusammenbringen kann.

Zum Abschluss haben uns die Kinder noch zu einem Spiel gegen sie eingeladen ein schöner Ausklang voller  Beteiligung und gemeinsamer Energie.
Ein Tag, der gezeigt hat, wie Sport Menschen verbindet und Raum für Begegnung, Respekt und gemeinsame Erfahrungen schafft.

     

 
   Tag 7 wurde von Felix, Michael, Samu und Youssif erstmal mit einer Jogg und Kraft Einheit gestartet.   Besonders herausstechend war Michael, dessen Liegestützen aussahen als würde er gleich doppelt und dreifach zusammenbrechen. Nach einer

Tag 7 wurde von Felix, Michael, Samu und Youssif erstmal mit einer Jogg und Kraft Einheit gestartet.

Besonders herausstechend war Michael, dessen Liegestützen aussahen als würde er gleich doppelt und dreifach zusammenbrechen. Nach einer Runde zur Brücke und zurück ging es Mardin Kapi, wo wir vier und mit einem Chao abkühlten.


Mittags ging es dann für die 4 coolen aus dem Airbnb noch einmal abkühlen mit einer schönen Suppe.
Am Workshop angekommen ging es nach einer kleinen Vorbesprechung, bei der wir erneut alle Rollen und den Ablauf durcharbeiteten, los mit unsererm ersten Workshop.
Glücklicherweise wurde uns ein Dolmetscher gestellt, der laut anonymen Vermutungen vom anderen Ufer kommt.

Der Fan Gruppe von Amed wurde ein SB Schal versprochen, weshalb Michael frohen Mutes einmal zum Konag und zurück laufen durfte.
Der Workshop lief wie geplant jedoch war Michael traurig, nachdem er von Yussif mehrere Male im Spiel gepanzert wurde.


Es war interessant zusehen, welche Themen die Fangruppe betreffen. Bei dem Inklusion Spiel wurden manche Leute emotional bei der Frage, ob sie sich schon einmal exkludiert gefühlt haben.
Für sie ist es normal als Kurde ausgeschlossen zu werden und daher, dass dies schon über Generationen passiert halten sich sich eher zurück als das Problem zu konfrontieren.
Am Abend gab es noch ein Orchester, wo alle außer Felix, Michael, Max und Yussif die zuhause blieben, viel Spaß hatten und tantzten.


Nachdem Kozert waren lecker essen. Mein Favorit waren die Teigtaschen mit Köfte gefühlt, jedoch waren die Teigtaschen mit Reis und Hähnchen auch nicht schlecht.

  Fraiplay Straßenfußball Workshops in Amed - Erasmus+ Sport Jugendmobilität

Fraiplay Straßenfußball Workshops in Amed - Erasmus+ Sport Jugendmobilität

Merhaba Kollegas!
Tag 5 in Diyarbakir

Gestartet sind wir heute wieder mit einem riesigen, unglaublich leckeren Frühstück.
Schon dort hat man gemerkt, dass heute etwas Besonderes in der Stadt passiert. Überall war Aufregung zu spüren, egal wo man hingeschaut hat, haben die Menschen gelacht und gefeiert, denn Amed Spor  ist in die Süper- Lig aufgestiegen. Für viele hier ist das viel mehr als nur Fußball, da der Verein mit der kurdischen Identität verbunden ist und jahrelang gegen politische Widerstände kämpfte. Der Verein steht für Identität, Stolz und Zusammenhalt der Menschen in Diyarbakir. Genau das hat man heute in jeder Ecke der Stadt gespürt.
Nach dem Essen sind wir durch die engen Gassen spaziert. Immer wieder beeindruckt uns, wie offen und herzlich die Menschen hier sind. Egal wo wir vorbeikommen, wir werden gegrüßt, in Gespräche verwickelt und sobald die Leute merken, dass wir nicht von hier sind, werden wir sofort willkommen geheißen. Diese Gastfreundschaft fühlt sich jedes Mal besonders an. Einfach unbeschreiblich.

Am Nachmittag hatten wir außerdem ein schönes Gespräch mit unserer Gastgeberin im Konak, in dem wir gerade wohnen. Sie ist Künstlerin und hat uns ihre Gemälde  gezeigt.
Wir waren total fasziniert, als sie erzählt hat, dass sie für viele ihrer Gemälde nur ungefähr ein paar Stunden braucht. Ehrlich gesagt hätten wir das niemals gedacht, weil ihre Bilder so detailreich und lebendig aussehen. Man merkt einfach, dass sie viel Leidenschaft in ihre Kunst steckt.

Später ging es dann weiter zum Newroz Park! 
Dort wurde es wirklich überwältigend. Tausende Menschen kamen zusammen, um den Aufstieg von Amed Spor  zu feiern. Kinder, Jugendliche, Familien, alte Menschen. Wirklich alle waren da. Überall lautes Gesänge, Fahnen, Musik, pure Freude und die Menschen waren am Tanzen.
Der Aufstieg von Amed Spor bedeutet für viele Menschen in Diyarbakir und in ganz der Osttürkei nämlich weit mehr als einen sportlichen Erfolg.
Denn dass Amed Spor  jetzt in der höchsten türkischen Liga spielt, gibt vielen Menschen hier das Gefühl, endlich gesehen und gehört zu werden. Genau deshalb waren die Emotionen heute überall so intensiv spürbar.
Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so eine Atmosphäre live erlebt.
Trotz der riesigen Menschenmenge war die Stimmung unglaublich friedlich und voller Zusammenhalt. Man hat gemerkt, wie bedeutend dieser Moment für die Menschen hier ist.
Ich bin wirklich dankbar, das miterlebt zu haben.
Manche Momente kann man nicht richtig erklären. Man muss sie einfach fühlen. Und genau so hat sich dieser Abend angefühlt.

Am Ende des Tages bleibt vor allem eine Sache hängen:
Es ist so erstaunlich, dass Fußball so etwas schaffen kann. Dass ein Verein Menschen aller Generationen zusammenbringt, Fremde miteinander feiern und einer ganzen Stadt für einen Moment das Gefühl gibt, dass alle verbunden sind. Genau solche Momente zeigen, dass Fußball manchmal viel mehr ist als nur ein Spiel.
Was für ein Erlebnis.

Bis dahin, beste Grüße

Streetbolzer in Amed - Erasmus+ Sport Jugendmobilität

Streetbolzer in Amed - Erasmus+ Sport Jugendmobilität

Tagebucheintrag 2 (06.06.2026):

Alle haben den ersten von zwei Flügen super überstanden. Zunächst ging es von Hannover nach Antalya. Trotz des von Sun Air wunderbar vermittelten Gefühls eine Sardine in einer Sardinendose zu sein ist die Stimmung super. An dieser Stelle kann auch der erste Glückwunsch ausgesprochen werden: Alida hat ihren ersten Flug im Leben problemlos überstanden. Und das trotz einer Ansammlung feinster dummer Sprüche über Flugzeugabstürze zuvor.

Nach kurzem Aufenthalt in Antalyas Flughafen geht’s weiter gen Diyarbakir. Geschafft. Wir sind am Ziel. Nun könnte man meinen, dass man nach Reisestart um 18:30 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof und zwei Flügen zunächst einmal ein klein wenig schlafen könnte in der Unterkunft, schließlich war man ja ?? Stunden am Stück wach. Aber nicht mit Mustafa Abi. Zielsicher lenkt er uns in ein kurdisches Frühstückskaffee und Diyarbakir zeigt kulinarisch erstmal was es drauf hat. Und das hat’s in sich. Mit vollen Bäuchen und guter Laune stellen wir beim Cay fest, dass die Servicekräfte auch unseren Profifußballer Yussif entdeckt haben. Ist er der Sohn von Leroy Sané ? Und wenn ja, warum ist er hier? Wo ist der Papa? Und wer zur Hölle ist der Blonde Kerl schräg gegenüber? Als Yussif aufsteht um zu zeigen wie groß er ist bekommt ein kurdischer Junge große Augen und bringt nur ein erstauntes „Massallah“ hervor. Nach verlassen des Cafés muss unser neuer Star Fotos mit seinen Fans machen. Tapfer und professionell stellt sich Yussif dem Schicksal des neuen aufgehenden Sterns am Fußballfirmament.

Auf Essen folgt ein erster Stadtrundgang. Zielsicher führt uns Musti an die richtigen Stellen. Geld wechseln. Kurdischen Kaffee probieren. Und für Max Iwers eine selbstgemachte Schiffermütze organisieren die ihm so gut steht, dass es fast an Unverschämtheit grenzt. So ist es manchmal im Leben. Ein und dieselbe Mütze machen Felix zum Schaffner und Max zum Anführer der Peaky Blinders. Mit dieser neuen Errungenschaft im Gepäck erkunden die Streetbolzer die Stadtmauer der 12.000 Jahre jungen Stadt. Trotz der Löcher die Erdogans Bomben in der alten Stadtmauer hinterlassen haben steht ein imposantes Bauwerk. Die Mauer gibt zum einen einen ersten Eindruck von der Geschichte der Stadt und zum anderen eröffnet sie einen malerischen Blick auf den Garten Eden. Auf das Zweistromland. Das Weltkulturerbe vor unserer Nase wird vom Tigris gesäumt und lässt erahnen in welch historischem Ort wir zugegen sein dürfen.

Nach einer kurzen Kaffeepause führt uns Mustafa Abi auf die alte Brücke über den Tigris. Begleitet von kurdischer Musik die via Trommel und Flöte gespielt wird bringt Musti allen die Basics des Hallaitanzens bei und lässt nebenbei fallen, dass er früher mal Folkloretanzlehrer war. Abgefahren. Diesen historischen Moment weiß auch Max mit seiner Retrokamera einzufangen. Auch das ist Streetbolzer. Ein Medienprojekt mit dem passenden Equipment für alle Situationen.

Auch nach diesem Ausflug ist an Schlaf nicht zu denken. Nach einer kurzen Frischepause wartet das Abendessen. Oder wie Felix, Yussif, Max und Samu wohl sagen würden: Challenge Accepted. Gemeinsam werden eine geisteskranke Zahl an Adana Kebap, Lamm und Leber verdrückt. Wenn schon denn schon. Musti bestellt leicht verstört nach für die verfressenen Straßenfußballer.

Und nun? Schlafen? Es ist Champions League Halbfinale. Finden wir einen Ort der den Fußball austragt? Aber sicher. Dank Felix landen wir in einer Kneipe die im ersten Stock liegt und in der es Kultur gibt. Fernseher hat sie nicht aber ein unschlagbares Angebot, dass für uns gesungen wird. Auf kurdische Gesangseinlagen mit Gitarre folgt die Revanche von Jero und Michael mittels eigens interpretierten Songs und einer geilen Version von Grönemeyers Alkohol-Song. Und ein neuer Song entsteht, der Michael-Song. Sorgt bei den Kurden für Irritationen. Bei uns für Heiterkeit. Nach einem langen Fußmarsch ist dann vorbei, sowohl für uns mit diesem wunderschönen Tag als auch für Bayern in der Champions League.

Besuch von unseren Kick-Fair freunden

Besuch von unseren Kick-Fair freunden

Anfang Mai durften wir unsere Freund*innen von Kickfair in Kassel begrüßen. Da Kassel ziemlich genau in der Mitte Deutschlands liegt, bot sich unsere Stadt als idealer Ort für ihre Tagung an. Natürlich haben wir dafür gerne das Streetbolzer Haus zur Verfügung gestellt.

Neben den inhaltlichen Arbeitsphasen von unsere Kollegen, stand für uns vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Es wurden Erfahrungen geteilt, Ideen diskutiert und neue Impulse für die gemeinsame Arbeit gesammelt. Solche Begegnungen sind für die Vernetzung und Weiterentwicklung unserer Projekte besonders wertvoll.

Wie es sich für Fußballbegeisterte gehört, durfte auch die Bewegung nicht fehlen: Allererst haben wir ein gemeinsames Fußballspiel mit gemischten Teams absolviert um anschließend den Tag bei gutem Essen und vielen interessanten Gesprächen ausklingen zu lassen.

Wir bedanken uns für den Besuch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Kickfair. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, jungen Menschen Räume für Mitbestimmung, Gemeinschaft und positive Erfahrungen durch Sport zu schaffen.

Tanz in den Mai beim BKH-Cup!

Tanz in den Mai beim BKH-Cup!

Bereits zum 16. Mal fand der BKH-Cup, dieses Jahr unter den Namen “Tanz in den Mai Cup” im Kasseler Stadtteil Brückenhof statt und ist längst ein fester Bestandteil der Streetbolzer-Sommerturniere.

Am Donnerstag eröffneten wir gemeinsam die Sommersaison.

Der Tanz in den Mai Cup bot erneut eine Plattform für junge Menschen aus unterschiedlichen Stadtteilen und Lebenswelten, um miteinander in Kontakt zu kommen, gemeinsam aktiv zu sein und positive Erfahrungen im Sport zu sammeln. Neben den Spielen blieb genügend Zeit für Gespräche, das Wiedersehen bekannter Gesichter und das Knüpfen neuer Kontakte.

Wir bedanken uns bei allen Teams und Helfer, die diesen Tag möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt unseren Förderern und Partnern, die unsere Arbeit kontinuierlich unterstützen. @stadtkassel @volkswagen.wedrivefootball und @aktion_mensch

#kreativ #fair #antirassistisch #wirsindstrasse

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